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Was macht ein Data Analyst? Der Alltag ehrlich erklärt

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Grafik im Artikel “Skill Gap Analyse: Wie Unternehmen den Weiterbildungsbedarf ihrer Belegschaft effektiv feststellen“ zeigt das StackFuel Data-Literacy-Assessment (Symbolbild).

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Wenn Du „Data Analyst“ googelst, siehst Du Homeoffice, sechs Bildschirme, perfekte Dashboards und jemanden, der entspannt auf Zahlen blickt und sofort die Antwort weiß. So sieht der Alltag nicht aus. Die echten Aufgaben eines Data Analyst sind weniger glamourös und deutlich interessanter: echte Fragen, unfertige Daten und viele Gespräche mit Menschen. Hier ist ein ehrlicher Arbeitstag, von der ersten Mail am Morgen bis zum letzten Stakeholder-Ping am Nachmittag.

Wie so ein Arbeitstag konkret aussieht, zeigt Tom Gadsby, Senior Data Scientist bei CareerFoundry (heute Teil von StackFuel), in einem Tag-im-Leben-Video, von der Morgenroutine über Team-Meetings und Datenarbeit bis zu Reports und Stakeholder-Gesprächen. Das Video ist auf Englisch, Du kannst im Player aber jederzeit die Untertitel einschalten und bei Bedarf automatisch ins Deutsche übersetzen lassen.

Was macht ein Data Analyst? Die Aufgaben in Kürze

Ein Data Analyst beantwortet mit Daten konkrete Fragen aus dem Unternehmen. Die Aufgaben umfassen: Anfragen priorisieren, Daten per SQL aus der Datenbank ziehen, sie bereinigen, auswerten und die Erkenntnis so aufbereiten, dass Kolleg:innen ohne Datenhintergrund danach handeln können. Kommunikation gehört genauso dazu wie Technik.

Der Morgen: sortieren statt sofort analysieren

Die Vorstellung: Du setzt Dich hin, öffnest ein Dashboard und tauchst in die tiefe Analyse ein. Die Realität: Der Morgen gehört zunächst der Orientierung.

Du beginnst mit Mails und Nachrichten. Über Nacht ist oft eine Frage hereingekommen. Jemand aus dem Marketing will wissen, warum eine Zahl letzte Woche eingebrochen ist. Du schaust in den Backlog und entscheidest, was dringend ist und was warten kann.

Dann folgt das Standup, das kurze Teammeeting, in dem die Prioritäten für den Tag fallen. Hier wird oft entschieden, woran Du überhaupt arbeitest, und das weicht regelmäßig von dem ab, was Du Dir vorgenommen hattest. Ein typisches Beispiel: Du wolltest eine größere Auswertung fertigstellen, dann kommt aus dem Vertrieb eine dringende Frage, die bis zum Mittagsmeeting beantwortet sein muss. Also schiebst Du um.

Auch Tom beschreibt seinen Morgen im Video oben genau so: zuerst die Mails und der Blick in den Backlog, dann das Standup. Er arbeitet in Sprint-Zyklen von ein bis zwei Wochen, in denen sich das Team auf die wichtigsten Ziele einigt, und im Morgenmeeting wird neu priorisiert. Was Du Dir vorgenommen hattest, tritt dann oft hinter das zurück, was gerade dringender ist.

Gut zu wissen: Ein Data Analyst arbeitet selten stundenlang ungestört an einer einzigen Aufgabe. Du jonglierst mehrere Anfragen, und ein Teil des Jobs ist die Entscheidung, was zuerst drankommt. Diese Fähigkeit, Prioritäten ruhig neu zu sortieren, gehört genauso zum Beruf wie das Analysieren selbst.

Der Vormittag: Daten ziehen, aufräumen, verstehen

Das ist der Kern der Aufgaben und für die meisten der Teil, der am meisten Spaß macht. Er sieht nur weniger spektakulär aus, als die Hochglanzvideos suggerieren.

Nimm die Marketing-Frage von heute Morgen. Warum ist die Zahl eingebrochen? Du beginnst mit SQL, um die Daten aus der Datenbank zu ziehen. Dann kommt der Teil, den kaum jemand zeigt: das Aufräumen. Die Daten sind nicht sauber. Es gibt Duplikate, fehlende Werte und eine Spalte, die anders heißt als erwartet. Ein großer Teil der Zeit fließt nicht in die spektakuläre Analyse, sondern in die Vorbereitung der Daten, damit die Analyse überhaupt verlässlich ist.

Tom nennt im Video ein anschauliches Beispiel für diese Qualitätskontrolle: Er prüft etwa, ob in einer Spalte, die eigentlich Namen enthalten soll, plötzlich Zahlen auftauchen. Genau solche stillen Fehler entscheiden am Ende darüber, ob eine Auswertung verlässlich ist.

Sind die Daten sauber, kommt der interessante Moment. Du schaust Dir an, was passiert ist. Vielleicht war es gar kein echter Einbruch, sondern ein Feiertag in der Vorwoche. Vielleicht ist eine Kampagne ausgelaufen. Du testest, vergleichst und grenzt ein, bis Du eine Erklärung hast, der Du vertraust.

Wichtig: Nicht jede Frage führt zu einem spektakulären Ergebnis. Manchmal lautet die Antwort schlicht: „Es war ein Feiertag in der Vorwoche, kein Grund zur Sorge.“ Auch das ist wertvolle Arbeit, weil sie verhindert, dass ein Team aus einer Zufallszahl die falschen Schlüsse zieht.

Der Nachmittag: erklären, präsentieren, verteidigen

Jetzt hast Du eine Antwort. Die Vorstellung: Du schickst eine Zahl, fertig. Die Realität: Jetzt beginnt der Teil, der den Unterschied macht.

Du baust die Erklärung in eine Form, die jemand ohne Datenhintergrund versteht. Meist ist das ein kurzes Update in Power BI oder eine einzelne Folie. Nicht zwanzig Diagramme, sondern eine Aussage: „Der Einbruch war saisonal, hier ist der Vergleich zum Vorjahr, und das ist meine Empfehlung.“

Wie Tom im Video erklärt, gibt es dafür zwei Wege: interaktive Dashboards in Tools wie Power BI, Tableau oder Looker, die sich mit den Daten aktualisieren, oder eine statische Präsentation für den einmaligen Abschluss eines Projekts. Beides lebt von der richtigen Mischung aus Diagramm und Text, damit die Botschaft ankommt.

Dann präsentierst Du das und bekommst Rückfragen, manchmal kritische. „Bist Du sicher? Kann das nicht auch an etwas anderem liegen?“ Genau dafür musst Du Deine Analyse ruhig und nachvollziehbar verteidigen können. Das ist der Moment, in dem aus Zahlen eine Entscheidung wird.

Dieselbe Zahl kann für das Marketing eine gute Nachricht und für das Controlling eine Warnung sein. Deine Aufgabe ist, sie so zu zeigen, dass beide verstehen, was sie für ihre Entscheidung bedeutet. Nicht, dass alle höflich nicken und am Ende niemand etwas damit anfängt. Deshalb ist Kommunikation in diesem Beruf mindestens so wichtig wie Technik. Wer aus Vertrieb, Pflege oder Verwaltung kommt, bringt genau das oft schon mit, ein echter Vorteil beim Quereinstieg in die Datenwelt.

Die ehrliche Seite: was niemand auf den Flyer druckt

Jeder „Tag im Leben“ zeigt die schönen Seiten. Hier sind die anderen.

Es gibt den Last-Minute-Report, kurz vor Feierabend, mit „kannst Du mir bis morgen früh noch schnell…“. Es gibt Unterbrechungen, bei denen drei Leute gleichzeitig etwas brauchen, während Du mitten in einer Analyse steckst. Und es gibt unklare Anforderungen: Jemand fragt nach „den Zahlen“, ohne genau zu wissen, welche Frage er eigentlich beantwortet haben will. Ein Teil des Jobs besteht darin, die richtige Frage überhaupt erst herauszuarbeiten.

Die andere Seite, und der Grund, warum viele den Beruf mögen: Die Arbeit ist abwechslungsreich, kaum ein Tag gleicht dem anderen. Du hast echten Einfluss, weil Deine Analyse verändert, was ein Team tut. Die Bezahlung ist solide, ein realistisches Bild dazu liefert der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit und unser Überblick zu den aktuellen Gehältern. Und in vielen Rollen hast Du gute Flexibilität bei Arbeitszeit und Homeoffice.

Es gibt Tage, an denen Du abends das Gefühl hast, vor allem Mails beantwortet zu haben. Dann kommt der Moment, in dem eine Analyse eine echte Entscheidung verändert, und der trägt über die zäheren Tage hinweg.

Vorstellung gegen Realität im Überblick

TageszeitDie VorstellungDie Realität
MorgenSofort tief in die Analyse eintauchenMails, Backlog, Standup. Prioritäten sortieren
VormittagElegante Modelle bauenSQL-Abfrage, dann vor allem Daten aufräumen
NachmittagZahl verschicken, fertigErklären, präsentieren, kritische Rückfragen beantworten
GrundtonEinsames Genie am Sechs-Monitor-SetupViele Gespräche, unfertige Daten, echte Wirkung

Welche Tools brauchst Du wirklich?

Der Großteil des Tages läuft über SQL, Excel und Power BI. SQL ist das Werkzeug, mit dem Du überhaupt an die Daten kommst, und es taucht in praktisch jedem Bewerbungsgespräch als kleine Aufgabe auf. Excel bleibt der schnelle Arbeitsplatz für Zwischenschritte. Power BI macht aus dem Ergebnis etwas, das Kolleg:innen lesen können.

Python kommt dazu, wenn eine Auswertung sich wiederholt oder für eine schnelle Abfrage zu komplex ist. Es ist die Erweiterung, nicht der Einstieg. Wer die Reihenfolge umdreht und mit Python beginnt, weil es am beeindruckendsten klingt, verliert oft Monate. Welche Tools in welcher Reihenfolge sinnvoll sind, ist eine eigene Frage.

Tom macht im Video außerdem Mut, sich von einer neuen Programmiersprache nicht abschrecken zu lassen. Wer eine Sprache beherrscht, lernt die nächste leichter, und viele Unternehmen setzen ohnehin unterschiedliche Sprachen ein.

Tipp: Der Bedarf ist real. Laut Bitkom fehlen in der deutschen Wirtschaft rund 109.000 IT-Fachkräfte, und 85 Prozent der Unternehmen beklagen einen Mangel. 22 Prozent haben inzwischen eigene Programme für den Quereinstieg.

Wie kommt man in den Job? Der Weg führt selten über ein Studium. Die meisten Data Analysts, die heute in deutschen Unternehmen arbeiten, sind über eine Weiterbildung oder einen Quereinstieg gekommen. Entscheidend ist nicht der Abschluss, sondern der Nachweis, dass Du das Handwerk beherrschst: ein bis zwei vorzeigbare Projekte, in denen Du eine echte Frage von der Rohdatei bis zur Empfehlung durchgezogen hast. Geförderte Weiterbildungen sind AZAV-zertifiziert und lassen sich über den Bildungsgutschein bezahlen.

Wenn sich genau dieser Teil nach Dir anhört, also aus unübersichtlichen Daten eine klare Antwort herauszuarbeiten, kannst Du in einem kostenlosen Beratungsgespräch schauen, ob der Weg dahin zu Dir passt. Die Data-Analyst-Weiterbildung bildet genau für diesen Job aus und lässt sich über den Bildungsgutschein fördern. Einen Anspruch darauf hast Du nicht, die Agentur entscheidet im Einzelfall.

Fazit: kein Hochglanz, aber echter Einfluss

Ein echter Tag als Data Analyst sieht so aus: sortieren am Morgen, Daten ziehen und aufräumen am Vormittag, die Geschichte bauen und verteidigen am Nachmittag, und dazwischen das ganz normale Chaos aus Unterbrechungen und Last-Minute-Anfragen. Nicht glamourös, aber abwechslungsreich, solide bezahlt und mit echtem Einfluss auf Entscheidungen.

Wenn Dir dieser Mix gefällt, ist es einer der besten Wege in die Datenwelt. Vereinbare einfach Dein kostenloses Beratungsgespräch. Wir schauen gemeinsam auf Deinen Hintergrund und den nächsten konkreten Schritt. StackFuel ist seit 2020 AZAV-zertifiziert und hat über 8.000 Absolvent:innen begleitet.

Häufige Fragen

Was sind die typischen Aufgaben eines Data Analyst?

Anfragen aus dem Unternehmen priorisieren, Daten per SQL ziehen, sie bereinigen, auswerten und die Ergebnisse so aufbereiten und präsentieren, dass Kolleg:innen ohne Datenhintergrund danach entscheiden können. Datenaufbereitung und Kommunikation nehmen dabei mehr Raum ein, als die meisten erwarten.

Wie viel Zeit geht wirklich in die Analyse?

Weniger, als man denkt. Ein erheblicher Teil des Vormittags fließt in das Bereinigen der Daten, damit die eigentliche Auswertung überhaupt verlässlich ist. Die reine Analyse ist zur Hälfte Detektivarbeit und zur Hälfte Aufräumen.

Welche Tools nutzt ein Data Analyst täglich?

SQL, Excel und Power BI decken den Großteil des Alltags ab. Python kommt ergänzend hinzu, wenn Auswertungen sich wiederholen oder komplexer werden.

Ist Data Analyst ein Bürojob mit viel Alleinarbeit?

Nein. Das Klischee vom stillen Analysten mit Kopfhörern stimmt nicht. Du arbeitest eng mit Stakeholdern, musst ihre eigentliche Frage herausarbeiten und Deine Ergebnisse verständlich erklären und verteidigen.

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