Qualifikationslücke Digitalisierung in deutschen Unternehmen: Zukünftige Hot Skills und bei welchen der höchste Entwicklungsbedarf besteht

Digitalisierung passiert. In allen Bereichen und überall.

Steigerung der Kundenzufriedenheit, mehr Umsatz durch neue Geschäftsmodelle, effizienter Arbeiten am Digital Workplace, mehr Flexibilität mit der Cloud sind nur einige von vielen Gründen, warum Digitalisierung im Unternehmen Mehrwert bringt. Das kann vor allem durch die Verkürzung von Arbeitsprozessen und einer schnellen Datenerfassung ermöglicht werden. Um die Digitalisierung zu erreichen, müssen Unternehmen nicht nur Geld in moderne Technologien investieren, sondern auch offen für die neuen Möglichkeiten sein, Mitarbeitende umschulen und sich auf die VUCA-Umgebung einstellen.

Die am häufigsten benötigten Fähigkeiten der nächsten Jahre sind stark auf den Umgang mit digitaler Transformation bezogen. An der Spitze steht die Fähigkeit der Data Analysis und der komplexe Umgang mit Big Data. Dies sehen 42 Prozent der fast 500 Marketing Professionals, welche im November 2020 befragt wurden, als besonders relevant an für die Zukunft.1

Komplexe Datenanalyse ist nicht nur für IT-Abteilungen wichtig, sondern sollte bei Forschung & Entwicklung, Vertrieb, Marketing und Personalmanagement implementiert werden. Dies gilt branchenübergreifend. Auch für Bereiche, die bisher weniger digital beeinflusst waren, ist dies relevant. Expertise in komplexer Datenanalyse wird daher zu einer zentralen Schnittstellenkompetenz in Unternehmen.

Skill Gaps werden im Bereich UX Design, aber auch bei der generellen Expertise mit IT-Software gesehen. Um Potenziale nutzen zu können und weitere Skills zu fördern, ist die kollaborative Zusammenarbeit innerhalb der Abteilungen des Unternehmens nötig. Eine moderne Organisation praktiziert dabei New Leadership. Hierzu gehört auch das Führen von virtuellen Teams im Home-Office und die praktische Anwendung von Design Thinking zur Förderung von Innovation und Kreativität.2 Grundvoraussetzung für ein digitales Mindset ist eine allgemeine Offenheit gegenüber neuen Prozessen, aber auch anderen Lernkulturen. Um auch voneinander lernen zu können, ist eine konstruktive Auseinandersetzung mit anderen Perspektiven nötig. Digitale Trends, wie z.B. künstliche Intelligenz, können somit erkannt und genutzt werden.

Der Bedarf auf dem Arbeitsmarkt an digitalen Kenntnissen ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Allein in Deutschland besteht für 700.000 Arbeitskräfte ein Bedarf an digitalen Kenntnissen bis 2025.3 Digitalkompetenzen sind nicht nur technische oder fachliche Kompetenzen, sondern essenziell sind auch Softskills und die generelle Fähigkeit, sich auf Neues einlassen zu können. Eine Weiterentwicklung der eigenen Digitalkompetenzen ist in Deutschland für 40-50 Prozent der Arbeitskräfte wichtig.4 Um die Qualifizierungslücke zu schließen, reichen vereinzelte Schulungen nicht aus.5 Unternehmen brauchen einen innovativen Ansatz.

Digitale Technologien bestimmen den Alltag und viele Berufsfelder. Insbesondere im produzierenden Gewerbe sind digitale Skills notwendig, um bereit für die Anforderungen der Zukunft auf dem Arbeitsmarkt zu sein. Basierend auf einer Online-Befragung im Juni 2018 von mehr als 600 Unternehmen in Deutschland, wird für die nächsten fünf Jahre ein Bedarf an rund 700.000 zusätzlichen Arbeitskräften mit digitalen Technologiekompetenzen bestehen.6 Aktuell werden laut einer Studie von Bitkom Research in 2020 rund 86.000 Experten für die Bereiche IT- und Datenanalyse gesucht.7

Jede zweite Arbeitskraft muss sich zusätzliche Fähigkeiten aneignen, um mit den neuen Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt mithalten zu können.8 Dabei denken viele an Programmierkenntnisse oder Robotics, aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Digitalkompetenzen sind nicht nur Fachkenntnisse. Softskills sind essenziell, um die Anforderungen der Digitalisierung erfolgreich anzugehen.  

Die Unternehmens- und Strategieberatung McKinsey hat in Zusammenarbeit mit dem Stifterverband und diversen Unternehmen ein Future-Skill-Framework entwickelt. Dieses bildet die aktuellen, sowie zukünftigen Kompetenzbedarfe der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft ab. Future Skills werden dabei definiert als „Kompetenzen, die in den kommenden fünf Jahren für [das] Berufsleben oder gesellschaftliche Teilhabe deutlich wichtiger werden.“9

Quelle: Framework adaptiert vom Stifterverband, McKinsey (2019).

Technologische Fähigkeiten sind essenziell für die Implementierung von neuer Technologie. Cloud Computing, UX-Design oder auch KI-Programmierung benötigen spezielle Fachkenntnisse. Um sich in der digitalen Welt überhaupt zurechtfinden zu können, sind gewisse Grundfähigkeiten nötig. Diese sind der zweiten Ebene des Frameworks zugeordnet.Auf der dritten Ebene sind klassische Fähigkeiten und Kompetenzen eingeordnet, wie Durchhaltevermögen, Kreativität oder auch Adaptionsfähigkeit. Diese ermöglichen es, sich bedeutend leichter in komplexen Situationen zurechtzufinden. Solche Kompetenzen bilden das Grundgerüst und können anschließend mit technologischen Fähigkeiten verknüpft werden. Für Unternehmen besteht die Herausforderung vor allem in der Auswahl qualifizierter Fachkräfte. Die Arbeitnehmer:innen von morgen sollten ein Skill-Set besitzen, das es ihnen ermöglicht, klassische und digitale Kompetenzen in ihrem Arbeitsalltag zu integrieren. 10

Neue Technologien haben einen signifikanten Einfluss auf den Arbeitsmarkt. Oftmals wird davon ausgegangen, dass durch Digitalisierung Jobs vernichtet werden. Doch das Gegenteil ist der Fall. Durch die Digitalisierung sind allein im Jahr 2012 bereits 1,5 Millionen neue Jobs entstanden. Laut dem „Future of Jobs Report 2020“ des World Economic Forum sind Jobs mit speziellen IT-Kenntnissen wie Software-Developer oder Data Analyst in den nächsten Jahren gefragter denn je.11

Laut einer Hochrechnung müssen in Deutschland über 2,4 Millionen Arbeitskräfte in Schlüsselkompetenzen wie agiles Arbeiten oder digitales Lernen geschult werden.12 Der Vergleich zwischen den Personen, die heute bereits über die einzelnen Fähigkeiten verfügen, und denjenigen, die in fünf Jahren aus Sicht von Unternehmen darüber verfügen müssten, zeigt einen hohen Weiterbildungsbedarf. Um die Hot Skills der Zukunft zu implementieren, benötigt es Lernen mit einer sinnvollen Strategie. Vor allem die praktische Anwendung der neu erlernten Inhalte ist wichtig, um Weiterbildung erfolgreich zu machen. Bei Stackfuel besteht das Re- oder Up-Skilling aus 8 Prozent theoretischen Textinhalten, 12 Prozent Tutorials im Videoformat, 45 Prozent praktischen Business Cases und 35 Prozent Coding Challenges. Somit können die Lerninhalte und der Umgang mit neuen Technologien direkt im eigenen Arbeitskontext erlebt und angewendet werden.

Für eine individuelle Lernerfahrung im Bereich Digital Skills bietet Peers Lernpfade differenziert nach Branchen, Fachbereichen und Fähigkeiten. Dabei wird auf dem McKinsey – Framework aufgebaut und eine Lernarchitektur genutzt, die Theorie und Praxis kombiniert.

Für Unternehmen besteht die Herausforderung vor allem in der Auswahl qualifizierter Fachkräfte. Um die Qualifikationslücke zu schließen, reichen vereinzelte Schulungen nicht aus.13 50 Prozent aller Menschen brauchen bis 2025 ein Reskilling.14 Stackfuel sieht in allen Mitarbeitenden das Potenzial zum Experten im Bereich Digital Skills. Durch Coding-Challenges wird das neue Erlernte außerdem direkt angewendet. Somit geschieht eine individuelle Weiterbildung vom Einsteiger bis zum Profi, angepasst an das individuelle Level. Durch Mentoring begleitet Stackfuel den gesamten Prozess beim Upskilling und macht das Unternehmen somit fit für die Anforderungen der Zukunft.  

Bei Peers erfolgt die Abstimmung der Weiterbildung auf das Unternehmen mit Hilfe einer KI. Nach einer Bedarfsanalyse mit dem Management werden die Lernpfade auf den Kompetenzstand der Mitarbeitenden angepasst. Die besten und passenden Schulungen, E-Learnings, Coachings etc. werden ausgewählt und auf der digitalen Lernplattform organisiert. Mit renommierten Partnern, wie Stackfuel wird so dafür gesorgt, dass die Weiterbildung zu besseren Arbeitsergebnissen führt.

Literaturverzeichnis

  1. Lashbrook, J. (2020). What Are the Most Desirable Digital Marketing Skills Heading into the New Year? Marketing Charts. https://www.marketingcharts.com/business-of-marketing/staffing-115467
  2. Lashbrook, J. (2020). What Are the Most Desirable Digital Marketing Skills Heading into the New Year? Marketing Charts. https://www.marketingcharts.com/business-of-marketing/staffing-115467
  3. Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.: Kirchherr, J., Klier, J., Lehmann-Brauns, C. & Winde, M. (2018.) Future Skills: Welche Kompetenzen in Deutschland fehlen. Future Skills-Diskussionspapier, 1. Essen. S. 10.
  4. Schallenberg–Kappius, J. (2021). Reskilling – Diese Gründerin will Menschen von analogen in digitale Jobs bringen.
  5. Accenture (hrsg.): Donald B. Vanthournout (2006): Return on learning, Part 1: Generating business impact from an enterprise learning transformation program; S.6.
  6. Kirchherr, J.; Klier, J.; Lehmann-Brauns, C.; Winde, M.; S. 2.
  7. Bitkom e.V. (2020). 86.000 offene Stellen für IT-Fachkräfte. https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/86000-offene-Stellen-fuer-IT-Fachkraefte
  8. Schallenberg–Kappius, J. (2021). Reskilling – Diese Gründerin will Menschen von analogen in digitale Jobs bringen.
  9. Kirchherr, J.; Klier, J.; Lehmann-Brauns, C.; Winde, M.; S. 2f.
  10. Kirchherr, J.; Klier, J.; Lehmann-Brauns, C.; Winde, M.; S. 10.
  11. World Economic Forum (Hrsg.) (2020). The Future of Jobs Report. Köln/Genf. http://www3.weforum.org/docs/WEF_Future_of_Jobs_2020.pdf. S. 29f.
  12. Kirchherr, J.; Klier, J.; Lehmann-Brauns, C.; Winde, M.; S. 10.
  13. Kirchherr, J.; Klier, J.; Lehmann-Brauns, C.; Winde, M.; S. 10f.
  14. Schallenberg–Kappius, J. (2021). Reskilling – Diese Gründerin will Menschen von analogen in digitale Jobs bringen.
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Ana Bokhua
Ana Bokhua
Ana Bokhua ist Marketing Managerin bei Peers Solutions. Sie kommt aus Georgien und wohnt seit 3,5 Jahren in Deutschland. Sie hat ihr Masterstudium im Bereich Marketing an Freien Universität Berlin gemacht und arbeitet seitdem im Marketing. Privat interessiert sie sich für Bildung und Fotografie, macht gerne analoge Bilder und mag es neue Orte zu entdecken.

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